Via Solitaire fuhren wir am 9. März 2020 zum NamibRand Nature Reserve. 40 km vor Betta zweigt man nach Westen ab, in Richtung der Dünenlandschaft. Schon bevor wir das NamibRand Family Hideout Farmhaus erreichten, sahen wir in der Ferne eine Zebraherde. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir vier Tage zu Gast im Land der Zebras sein werden.

Das Farmhaus bietet Platz für eine Gruppe von 10 Personen. Es wurde von Jacob von Lill in den 1940er Jahren für seine Familie erbaut, die dort eine Schaffarm betrieb. 1999 begannen Andreas und Mandy Brückner mit der sanften Renovation des Gebäudes und erstellten ein System zur nachhaltigen Wasser- und Energieversorgung. Wir hatten das Glück, drei Nächte in dieser fantastischen Umgebung zu verbringen.

Wasser gehört allen Lebewesen
Während dem Ausräumen unseres Autos fuhr Andrew vor, einer der Ranger von NamibRand Family Hideout, begrüsste uns herzlich und erklärte die Infrastruktur des Hauses. Besonders interessant ist die Aufteilung des mit Solarstrom gepumpten Grundwassers auf Menschen und Tiere. Einerseits musste das Wasserloch gefüllt werden, aber auch für uns musste noch etwas Reserve im Tank bleiben. Kaum hatten wir den Zulauf für das Wasserloch geöffnet, kamen mehrere Zebragruppen auf uns zu.

Das vergängliche Paradies
Zwei Wochen vor unserer Ankunft hatte es zum ersten Mal seit sechs Jahren in dieser Region geregnet. Die Niederschläge waren so ergiebig, dass sich die wüstenartige Landschaft in eine saftige grüne Savanne verwandelte. Millionen von gelben Blumen vollendeten das paradiesische Bild. Der über Jahre ausgetrocknete Boden brachte auf wundersame Weise verschiedene farbige Pflanzen zum Blühen. Wir waren glücklich, dass wir ein weiteres Naturwunder in Afrika beobachten durften.

Für die Zebras, Oryx, Springböcke und Giraffen gab es frisches Futter im Überfluss. Nach ausgiebigem Grasen kamen die Zebra- und Oryx-Familien an «unser» Wasserloch, das ca. 30 Meter vom Farmhaus entfernt ist. Rund um die Uhr waren immer etwa 10 bis 30 Tiere vor dem Haus und so war immer etwas los. Von der gedeckten Veranda aus konnten wir die spannenden Interaktionen zwischen den Tieren beobachten.

Fotomotive im Überfluss
Vor Sonnenaufgang sind wir jeweils losmarschiert oder mit Andrew losgefahren auf Safari im NamibRand Nature Reserve. Die fantastische Landschaft präsentierte sich in vielfältigen Farben.

Für Selbstfahrer gibt es einen kurzen Loop durch die Oryx-Plains, den man selber fahren darf. Das war jeweils unsere Nachmittagsfahrt, einmal sogar zwei Mal, weil es so schön war. Obwohl wir sicher schon jede Düne und jeden Berg mehrmals fotografiert hatten, konnten wir nicht genug kriegen.

Bevor wir auf dem kurzen Loop eine Runde drehten oder eine Wanderung unternahmen, montierten wir die Wildkamera mit Bewegungsauslöser an einen Stein am Wasserloch. Damit sind gelungene Nahaufnahmen entstanden.

NamibRand Family Hideout mit perfekter Infrastruktur
Das Farmhaus ist mit allem ausgerüstet, was es für einige entspannte Tage braucht. Alle Geräte in der Küche und im Bad haben mit Sonnenenergie perfekt funktioniert.

Nach Sonnenuntergang haben wir uns etwas Feines gekocht und mit einer guten Flasche Wein auf der Veranda ging der Tag langsam zu Ende. Das ist für uns der wahre Luxus im Leben.

Weitere Fotos sind in der NamibRand Galerie zu finden.
Doris hat ein kurzes Video zu NamibRand produziert.
Leave a reply