Nach einem kurzen Frühstück verlassen wir am Dienstag, 17. September 2019, um 07:30 Uhr Maun in Richtung Okavango Delta. Ziel ist die Xakanaxa Campsite im Moremi Game Reserve. Auf dem Abschnitt vor dem South Gate gibt es viele Pools, die alle völlig ausgetrocknet sind. Entsprechend sehen wir nur vereinzelte Elefanten. Viele Blätter an den Bäumen sind verdorrt und fallen runter. Wie im Central Kalahari Game Reserve und am Boteti sind auch hier die Folgen der Dürre deutlich zu sehen.
Die vier Brücken
Um 10:00 Uhr erreichen wir das South Gate und müssen hinter einigen Mobile-Safari-Fahrzeugen anstehen. Die Anzahl dieser Anbieter ist im vergangenen Jahr regelrecht explodiert. Hier hat Botswana unter dem neuen Präsidenten eine deutliche Strategieänderung vorgenommen.

Im Vergleich zu den Vorjahren sehen wir extrem wenig Tiere. Bei der First Bridge fahren wir durch das ausgetrocknete Flussbett. Auf Grund der Spuren ist das vermutlich schon lange so. Bei der Second Bridge hat es wenig Wasser, so dass die Brücke genutzt wird.
Ein Ranger bei der Third Bridge erzählt uns, dass am Vormittag in der Nähe der Fourth Bridge eine Leopardin mit einem Jungen gesichtet wurde. Dankbar für die Information fahren wir zügig dorthin und beginnen die Suche. Nach einer halben Stunde rumkurven sind wir sicher, dass sich die beiden Leoparden in den Busch zurückgezogen haben und beschliessen weiterzufahren. Kurz darauf sehen wir die beiden, als sie die Strasse kreuzen.
Glücklich, dass wir doch noch etwas Tolles gesehen haben, checken wir in Xakanaxa ein und beziehen kurz nach 16:00 Uhr unsere Campsite Nr. 1. Nach der langen holperigen Fahrt haben wir keine Lust nochmals loszufahren und geniessen den wunderschönen Platz am Ufer der Xakanaxa Lagune.
Nach Sonnenuntergang häufen sich die Elefantenbesuche. Fressend ziehen die Riesen über die Campsite, denn es ist hier bedeutend grüner als auf der Strecke vom South Gate bis Third Bridge. Bei uns gibt es Beef Filet und Maiskolben vom Grill.
Heute geht’s ins Paradies
Beim Morgenkaffee unterhalten wir uns über die tierischen Geräusche, die während der Nacht zu hören waren, vermutlich hauptsächlich Elefanten. Unser erstes Ziel sind heute die Paradise Pools, die ihrem Namen alle Ehre machen.
Wir können uns fast nicht von dieser wunderschönen Landschaft trennen, aber es liegen noch einige spannende Kilometer vor uns. Kurz vor 10:00 Uhr erreichen wir den Dombo Hippo Pool und geniessen beim Picnic-Platz ein ausgiebiges Frühstück. Leider kommen immer mehr Fahrzeuge, es hat sich offensichtlich herumgesprochen, dass es rund um den Pool überdurchschnittlich viele Löwen und Leoparden zu sehen gibt. Wir hatten kein Glück, aber am Tag zuvor gab es offenbar sensationelle Szenen mit Löwen, Leoparden und Hyänen, erzählt uns ein deutsches Paar.

Um 12:00 Uhr erreichen wir das Khwai North Gate. Doris entdeckt unter dem Giebel des Gates eine Ginsterkatze, die offenbar dort schlafend den Tag verbringt. Über die Khwai Bridge verlassen wir das Moremi Game Reserve, da wir die nächsten zwei Nächte auf der Maghoto Campsite des Khwai Community Trusts gebucht haben.
Durchs Wasser – einen anderen Weg gibt es nicht
Um auf die Maghoto Campsite zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man fährt die langweilige Transferstrecke oder die spannendere Route entlang des Khwai Rivers. Natürlich haben wir uns für die zweite Option entschieden, ohne zu wissen, dass zwingend ein schmaler Fluss durchquert werden muss. Das realisierte ich erst, als uns das Navi immer wieder an den Mbudi-Fluss geführt hat. Ich wollte das einfach nicht akzeptieren, aber beim genauen Studium der Papierkarte wurde mir klar, dass uns keine andere Möglichkeit bleibt, wir mussten durchs Wasser. Es gibt vier Furten, die häufig befahren werden. Bei einer habe ich die Schuhe ausgezogen und bin ans andere Ufer gewatet.
Für unsere Autos ohne Schnorchel war das fast zu tief. Die Gefahr besteht darin, dass der Motor zur Verbrennung nicht nur Luft, sondern auch Wasser anzieht und damit Schaden nimmt. Weiter herumzukurven machte keinen Sinn und schliesslich mussten wir einfach irgendwo durch den Fluss. Der Untergrund war reiner Sand und damit sehr hart, also haben wir es gewagt.
Im Verlauf des Nachmittags erreichen wir die Maghoto Campsite und feiern unsere erfolgreiche Wasserdurchfahrt mit einem Gin Tonic.
Weitere Fotos sind in der Moremi-Galerie zu finden.
Doris hat ein Video zu unserer Selbstfahrer-Safari erstellt und auf Youtube veröffentlicht.
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