Grootkolk ist eines der Wilderness Camps im Kgalagadi Transfrontier Park. Wie die meisten Camps besteht es aus vier Einheiten für je zwei Personen. Die Chalets sind sehr begehrt, da am Wasserloch häufig Hyänen, Cheetahs, Löwen und Leoparden gesichtet werden.
Freitag, 18. Januar 2019: Am Abend zuvor sahen wir mehrere braune Hyänen und verschiedene Eulen am Grootkolk Wasserloch. Von unserem Chalet aus beobachteten wir während des Abendessens das Kommen und Gehen der Wildtiere.

Früh Aufstehen lohnt sich
Am Morgen sitzen wir schon um 5:00 Uhr vor dem Chalet in hoffnungsvoller Erwartung. Schon bald erscheint eine braune Hyäne und zottelt wieder weiter, zum Fotografieren ist es noch zu dunkel. Vor 6:00 Uhr schlendert ein junger Löwe zwischen den Chalets durch in Richtung Wasserloch und es folgt kurz darauf ein zweiter.

Nachdem sie ausgiebig getrunken haben, läuft einer zielstrebig zum äussersten Chalet. Auf den Pfosten der Schutzzäune stehen Wasserbehälter für die Vögel. Damit der starke Kalahariwind die Behälter nicht wegbläst, sind sie mit Steinen beschwert. Der Löwe verbeisst sich kurzerhand in einen dieser Behälter und präsentiert seine Beute stolz seinem Bruder.

Sie spielen kurz mit dem Diebesgut und rennen plötzlich vom Wasserloch weg. Erst jetzt sehen wir, dass drei weitere Löwen in Richtung Wasserloch unterwegs sind. Es stellt sich heraus, dass die fünf zusammengehören, vermutlich zwei Mütter mit ihren halbstarken Söhnen. Es wird nochmals ausgiebig Wasser getrunken. Am Tag zuvor war es schon 41°C und das Thermometer soll auch heute wieder dieses Niveau erreichen, Wasser ist also überlebensnotwendig für alle. Die drei Jungs spielen mit dem Behälter und dann zieht die Löwenfamilie weiter.



Grootkolk zieht weitere Löwen an
Wir waren begeistert über die Löwen und bereiteten uns ein feines Frühstück zu. Kaum war der letzte Schluck Kaffee getrunken, liefen zwei andere Löwinnen mit einem Jungen ganz vorsichtig zum Wasser. Während sie am Trinken waren, näherte sich eine grosse Herde Gnus, die ebenfalls durstig waren. Ihr zügiger Marsch stoppte abrupt, als sie die Löwen sahen. Die Grosskatzen hatten die Gnus sicher schon viel früher gesehen als wir. Eine von ihnen bewegte sich auf die Gnus zu, die sehr unruhig wurden. Als die Löwin einige Meter rannte, sah man nur noch die Hinterteile der Gnus und eine Staubwolke.

Die drei Löwen ruhten sich im Schatten eines Buschs aus. Dann marschierten sie ganz ruhig genau auf uns zu. Obwohl in einer solchen Situation nichts zu befürchten ist, erhöht sich der Pulsschlag des Fotografen deutlich, wenn er durch das Teleobjektiv die stechenden Augen der Raubkatze immer näherkommen sieht. Zwischen ihr und mir war nur ein Zaun. Es sind diese Erlebnisse, die uns immer wieder in den Kgalagadi ziehen.

Das Video und die Fotos zur Löwengeschichte
Doris hat die Grootkolk-Löwen-Geschichte gefilmt und auf Youtube veröffentlicht.
Die Fotos sind in der Nossob-Tal-Galerie zu finden.
2 Comments
Auch hier wieder super Fotos! Ich freue mich schon auf unsere 2 Nächte in Grootkolk 2020.
Besten Dank Marie-Therese. Freut euch auf den KTP, mit Grootkolk und Gharagab habt ihr zwei der schönsten Camps im Programm.