Im November 2018 durchquerten wir auf der Suche nach African Wild Dogs das Okavango Delta im Norden von Botswana.
Wildhunde bei der 3rd Bridge
Am 16. November erreichten wir gegen Mittag die Campsite bei der 3rd Bridge. Wir fragten die Ranger, ob sie kürzlich Wild Dogs gesehen haben. Ja, heute Morgen sei ein Rudel von über 30 Hunden auf der Campsite gewesen und dann über die Brücke verschwunden. Wir konnten gar nicht glauben was wir hörten und fuhren über die Brücke in die Richtung, wo die Hunde zum letzten Mal gesehen wurden. Mit dem Ford Ranger wühlten wir uns durch üblen Tiefsand und durch Wassertümpel, fanden aber keine Wild Dogs. Kurz nach 18:00 Uhr waren wir zurück auf unserer Campsite MT9 und richteten uns für die Nacht ein und machten ein Lagerfeuer zum Grillieren.

Wild Dogs jagen auf der Campsite
Plötzlich rasten Letschwe Antilopen an uns vorbei und Doris fragte, von wem die wohl verfolgt werden. Ihr Satz war noch nicht fertig, da stand bereits ein African Wild Dog neben uns. Wir schauten ihn genau so erstaunt an wie er uns. Und schon jagte er weiter hinter den Letschwes her. Nach wenigen Sekunden hörten wir die Geräusche, wenn Wildhunde eine Antilope erwischen. Etwa 20 Meter von uns entfernt sahen wir in der Dämmerung mehrere Hunde, die rasant eine Antilope verschlangen. Es ist erstaunlich, wie schnell und effizient die Hunde jagen. Es gibt Rudelmitglieder, die als Treiber fungieren und andere als Fänger, bzw. Jäger. Hat das Rudel ein Ziel im Auge, ist es fast sicher, dass sie es erwischen.

Abendessen mit Wild Dogs
Wir überlegten, was wir jetzt machen bei so vielen Hunden nur 20 Meter entfernt. Da die Hunde ja jetzt am Fressen waren, entschieden wir uns, ebenfalls mit dem Grillen anzufangen. Unseren Tisch mit den beiden Campingstühlen verschoben wir etwas näher zum Auto. Während dem Essen checkten wir regelmässig mit der starken Taschenlampe, was unsere tierischen Nachbarn machen. Als sich mehrere Augenpaare in unsere Richtung bewegten, suchten wir den Schutz des Autos.

Die Jagd geht am Morgen weiter
Gegen 22:00 Uhr verzogen wir uns ins Dachzelt. Die Hunde hörten wir immer noch in der Nähe. Auf der Wildkamera, die wir jeweils während der Nacht installiert haben, sahen wir Wildhunde, die unser Auto inspizierten. Kurz vor 5:00 Uhr hörten wir ein lautes Heulen. Vermutlich hatte eines der Leittiere das Rudel zusammengerufen. Es ging nicht lange und wir hörten wieder die Geräusche, wenn Wildhunde eine Antilope erwischen. Es war immer noch recht dunkel und wir begannen rasch alles zusammenzupacken und fuhren ca. 50 Meter bis zum Frühstück der Hunde. Das Licht war zwar noch nicht optimal, aber wir hatten freie Sicht auf das ganze Rudel, es waren insgesamt 36 Tiere. Das Alpha-Weibchen und Alpha-Männchen jagten alle erwachsenen Tiere weg, wenn sie den Jungen etwas wegfressen wollten. Eine einzelne Hyäne, die etwas von der Beute stehlen wollte, wurde in die Flucht geschlagen.

Das Licht wurde immer besser, aber die Hunde leider immer weniger. Kurz nach 6:00 Uhr waren sie alle verschwunden. Es tauchten ein Streifenschakal und ein Adler auf, welche die Resten verzerrten.

Informationen für die Wissenschaft
Zwei der Wildhunde waren mit GPS-Sendern ausgerüstet. Forscher der Uni Zürich studieren das Ausbreitungs-Verhalten der Wildhunde. Über die GPS-Halsbänder kann der Bewegungsraum der Tiere verfolgt werden, aber nicht in welcher Gesellschaft sie sich befinden. Also sind die Forscher auch auf Informationen von Safari-Touristen und Rangern angewiesen. Selbstverständlich haben wir unsere Beobachtung der Uni ZH gemeldet und dafür weitere Informationen zum Rudel erhalten.


Video und Bilder zur Geschichte
Das Wild-Dog-Video von Doris ist auf youtube zu sehen
Mehr Bilder gibt es in der Wild-Dog-Galerie
Informationen zum Wild-Dog-Project der Uni Zürich
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